The Zephyr – Februar 2019
4. Februar 2019
The Zephyr – April 2019
12. April 2019
Show all

The Zephyr – März 2019

Liebe Gefährtinnen und Gefährten auf dem Weg,

Ich hoffe es geht Ihnen sehr gut. Was für ein seltsamer, wunderbarer, erschreckender, berauschender, erschöpfender und bezaubernder Ort dieses Universums ist. Mögen wir es agilen Schrittes durchschreiten!

Den vergangenen Monat habe ich hier in Richmond damit verbracht, an meinem neuen Buch über die Schriften von Pirzadi-Shahida Noor zu arbeiten. Letztes Jahr habe ich Ihnen geschrieben, wie die Entdeckung von Noors mystischem Drama ‘Aède of the Land and Sea’ meine Augen für eine neue Ebene von Noors Seele geöffnet hat. Seitdem konzentriere ich mich fortwährend auf sie und studiere ihre veröffentlichten und unveröffentlichten Schriften in aller Tiefe. Die Früchte dieser Überlegungen gehen in mein Buch ein.

Noor sah, dass die Welt, in der wir als Menschen leben, eine Welt ist, die wir zu einem großen Teil selbst erschaffen. Und die Welt, die wir erschaffen, ist ein Produkt dessen, was in unseren Köpfen ist. Unser Verstand wiederum wird in der Kindheit prägend geformt. Noor erkannte daher die große Bedeutung der Erfahrungen von Kindern. Was uns in der Kindheit vermittelt wird, führt uns durch unser ganzes Leben.

Noors Leidenschaft galt der Erzählung. Anstatt den Kindern zu sagen, was sie tun und was sie glauben sollen, öffnen Geschichten den Kindern die Augen für die Dilemmas des Lebens und portraitieren anschaulich die Eigenschaften, die mit verschiedenen Verhaltensweisen einhergehen. Noor erzählte östliche und westliche Geschichten nach und erfand ihre eigenen Geschichten, und alle ihre Geschichten inspirieren zu Großzügigkeit, Freundlichkeit, Mut, Demut und Weisheit ohne die geringste Schwere. Eine leuchtende Ritterlichkeit fließt aus Noors Feder.

Ich freue mich darauf, das Ergebnis bald in Form eines fertigen Buches mit Ihnen zu teilen. Aber erst einmal habe ich noch viel zu schreiben!

Immer der Ihrige,

Sarafil Bawa                                      

 

 

 

Gamaka-Kommentare

Musik der Sphären, Vadan

“Wenn ich meine Augen für die äußere Welt öffne, fühle ich mich wie ein Tropfen im Meer. Aber wenn ich meine Augen schließe und nach innen schaue, sehe ich das gesamte Universum als eine Blase, die sich im Ozean meines Herzens erhebt.”

 

Wenn wir hinaus auf die weite Welt schauen, fühlen wir uns klein im Vergleich zu den immensen Panoramen, die uns umgeben. Quer durch einen Kontinent zu reisen, ist ein langer Weg, sogar mit dem Auto. Um wie viel weiter sind die Planeten und die Sterne entfernt! Unser Körper ist klein, und die Iris unserer Augen ist noch viel kleiner. Und doch umfässt diese kleine Iris irgendwie weit entfernte Berge und sogar ferne Sterne! Unser Verstand ist noch kleiner, so klein, dass man ihn überhaupt nicht sehen kann, und doch umfasst er nicht nur alles, was wir jetzt sehen, sondern alles, was wir je gesehen und gehört und gerochen und geschmeckt und berührt haben, und alles, was wir uns vorstellen können. Im Zentrum dieser Winzigkeit unseres menschlichen Zustandes findet sich eine Weite ohne Ende. Wir nennen es das Herz. 

Wenn das Herz durch die Augen des Körpers hinausschaut, ist es fasziniert von den sich erhebenden und fallenden Wellen der Welt. Aber wenn die Augen geschlossen sind, kehrt sich der Ozean um. Das Herz selbst ist jetzt das Meer. Jede Welle ist des Herzens eigene Aufruhr, und die große weite Welt ist so viel Schaum und Gischt.

 

 

 

Englische Original-Version

 

 Dear Companions on the Path,

I hope this finds you very well. What a strange, marvelous, terrifying, intoxicating, fatiguing, and rapturous place this universe is. May we walk through it with agile steps!

I have spent the last month here in Richmond working on my new book on Pirzadi-Shahida Noor’s writings. I wrote to you last year about how the discovery of Noor’s mystical drama Aède of the Land and Sea opened my eyes to Noor’s soul on a new level. Since then I have been constantly concentrating on her and studying her published and unpublished writings in-depth. The fruits of these reflections are going into my book.

Noor saw that, as human beings, the world we inhabit is one that, to a great extent, we create ourselves. And the world we create is a product of what is in our minds. Our minds, in turn, are formatively molded in childhood. Noor recognized, therefore, the great importance of the experiences of children. What we are shown in childhood guides us throughout our lives.

Noor’s passion was for stories. Instead of telling children what to do and what to believe, stories open children’s eyes to the dilemmas of life and portray in sharp relief the qualities associated with different ways of being. Noor retold Eastern and Western tales and invented her own tales, and all of her tales inspire generosity, kindness, courage, humility, and wisdom without the slightest heavy-handedness. A glowing chivalry flows from Noor’s pen.

I look forward to sharing my findings with you soon, in the form of a completed book. For now, I still have more to write!

Yours ever,

Sarafil Bawa                           

 

 

Gamaka Commentaries

Music of the Spheres:, Vadan

“When I open my eyes to the outer world, I feel myself as a drop in the sea; But when I close my eyes and look within,I see the whole universe as a bubble raised in the ocean of my heart.”

 

When we look out on the wide world, we feel small in comparison with the enormous vistas that surround us. To travel across a continent is a long journey, even by car. How much further are the planets and the stars! Our bodies are small, and the irises of our eyes are much smaller still. And yet, somehow, these little irises encompass faraway mountains, and even faraway stars! Our mind is yet smaller, so small it cannot be seen at all, and yet it encompasses not only all that we now see, but all that we have ever seen and heard and smelt and tasted and touched, and all that we can possibly imagine. At the center of the minuteness of our human condition is a vastness without end. We call it the heart.

When the heart looks out through the eyes of the body it is mesmerized by the rising and falling waves of the world. But when the eyes are closed the ocean turns inside out. The heart itself is now the sea. Every wave is the heart’s own churning, and the great wide world is so much froth and foam.