Türkei
The Zephyr – Juli 2019
14. August 2019
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The Zephyr – August 2019

The Zephyr August 2019

Liebe Freundinnen und Freunde,

Ich sende Ihnen Spätsommergrüße!

Meine Familie und ich – minus Rasulan, die ein Praktikum in San Francisco macht – sind gerade aus der Schweiz, wo wir in den letzten zwei Wochen am Zenith Camp teilgenommen haben, in Suresnes angekommen.

Die erste Woche im Zenith Camp war der Numinosität und Resilienz des menschlichen Körpers und seinem ständigen Geben und Nehmen mit der lebendigen Welt um uns herum gewidmet. Meine Lehrpartnerin war Zuleikha, die viele von Ihnen kennen. Sie ist eine fantastische Tänzerin, Sängerin und Zakira, die müde Körper neu belebt. Wenn Sie ihre Arbeit nicht kennen, empfehle ich Ihnen, hier zu schauen: https://storydancer.com.

Die zweite Woche im Camp bestand aus einem stillen Retreat. Abgesehen von den geführten Meditationen wurde die Stille unserer Zusammenkünfte nur von Liedern mit Ney, Oud und Stimme unterbrochen, von Ausschnitten aus der heiligen Musik der Welt, dem Zwitschern der Vögeln, dem Flattern von Zeltplanen und dem ständigen Rauschen des Bergbachs unten.

Auf dem Weg vom Camp nach Fazal Manzil hielten meine Familie und ich in der Nähe von Lausanne an, um Henriette Blanc zu treffen. Wir machten auch eine kurze Pilgerreise zum Mont-Blanc, der für mich die Erinnerung an die Berghöhle meines Vaters und die Retreats, die wir dort vor langer Zeit zusammen gemacht haben, in sich birgt.

Als Kind lebte Henriette Blanc in Suresnes und besuchte Sufi-Kurse bei Pirzadi-Shahida Noor in Fazal Manzil. Als wir in Mme. Blancs charmanter Wohnung mit Blick auf den Genfer See zusammensaßen, erinnerte sie sich lebhaft an die alten Zeiten und wie Noor ihr einen bleibenden Respekt vor allen Religionen vermittelt hatte. Mme. Blanc hat freundlicherweise zugestimmt, aufgenommen zu werden, und zwei kleine Clips unseres Gesprächs finden Sie hier.

Hier in Fazal Manzil renovieren die Arbeiter mit Tatkraft den ersten Stock des Hauses. Im Moment sind der Oriental Room und der angrenzende Wohnbereich möbelfrei und in Plastikfolie gehüllt. Wenn die Arbeit beendet ist, werden die ursprünglichen Leinwände und Stühle in den Oriental Room rückgebracht, und der Raum wird seinen Charakter als Pilger- und Meditationsstätte zurückerlangen. Der gegenüberliegende Wohnraum wird ein Museum zur Erinnerung an Murshid und seine Familie und deren Nachfolger werden. Alle sind zu einem Besuch willkommen.

Immer der Ihrige,

Bawa

Gamaka-Kommentare

Musik der Sphären, Vadan

“Ich brauche niemanden zu entfernen, um jemand anderen in mein Herz aufzunehmen; Mein Herz ist groß genug, um alle und jeden aufzunehmen.”

Das Herz ist der Behälter im Geist, in dem andere einen Platz im Selbst finden. Je dehnbarer das Herz, desto größer die Zahl derer, die es enthalten kann. Ein starres Herz kann nur eine gewisse Menge aufnehmen und ist anfällig für Risse, wenn es gedehnt wird, während sich ein flexibles Herz auf eine Vielzahl ausdehnen kann.

Das Geheimnis der Expansion liegt darin, den Einen in den vielen zu bezeugen. Getrennte Wesen wahrzunehmen – Wesen, als von einem selbst, voneinander und im Grunde genommen von Gott getrennt zu sehen – ist anstrengend. Die Wahrnehmung des Einen, der/die/das in unzähligen Namen und Formen erstrahlt, belebt hingegen den Geist und vertieft die Zufriedenheit des Zeugen. 

Die Stimme des Einen erklärt: “Ich bin in nichts enthalten, aber ich bin im Herzen des aufrichtigen Anbeters enthalten, der mich liebt.” Das dem Alle-in-Allen gewidmete Herz hat Platz für alle und jeden. “Mein Herz ist zu allen Formen fähig geworden”, singt Shaykh al-Akbar.

Für das Herz, das für Gott schlägt, ist die Liebe keine feste Ressource. Die Liebe ist Gott; deshalb gibt es kein Ende für ihr Fließen.

Origial in Englisch

Dear Friends,

Late summer greetings to you!

My family and I—minus Rasulan, who is doing an internship in San Francisco—have just reached Suresnes from Switzerland, where we took part in the Zenith Camp over the last two weeks.

The first week at Zenith was dedicated to the numinosity and resilience of the human body, and its constant give-and-take with the living world around us. My teaching partner was Zuleikha, whom many of you know. She is an amazing dancer, singer, zakira, and enlivener of weary bodies. If you don’t know her work, I encourage you to look her up https://storydancer.com

The second week at Camp consisted of a silent retreat. Other than the guided meditations, the silence of our gathering was punctuated only by songs on ney, oud, and voice, extracts from the sacred music of the world, the chirpings of birds, the flutterings of tent flaps, and the continuous murmur of the mountain stream below.

On the way from the Camp to Fazal Manzil my family and I stopped near Lausanne to meet Henriette Blanc. We also made a brief pilgrimage to Mont Blanc, which holds for me the memory of my father’s mountain cave, and the retreat we took together there long ago.

As a child, Henriette Blanc lived in Suresnes and attended Sufi classes taught by Pirzadi-Shahida Noor at Fazal Manzil. As we sat together in Mme. Blanc’s charming apartment overlooking Lake Geneva, she lucidly recalled the old days, and how Noor had instilled in her an abiding respect for all religions. Mme. Blanc graciously consented to be recorded, and two small clips of our conversation can be found here.

Here at Fazal Manzil, workers are energetically renovating the first floor of the house. For the moment, the Oriental Room and adjacent salon are bare of furniture and draped in plastic sheets. When the work is done, the original screens and chairs will go back in the Oriental Room, and the room will resume its character as a place of pilgrimage and meditation. The salon opposite will become a museum to the memory of Murshid and his family and successors. All will be welcome to visit.

Yours ever,

Bawa

Gamaka Commentaries

Music of the Spheres,Vadan

“None need I remove to place another in my heart; My heart is large enough to accommodate each and all.”

The heart is the container in the mind in which others find a place within the self. The more malleable the heart, the more numerous the presences it can contain. A rigid heart can hold only so much, and is prone to crack when stretched, whereas a flexible heart can expand to encompass multitudes.

The secret of expansion is witnessing the One in the many. Perceiving separate beings—beings imagined as separate from oneself, from each other, and fundamentally, from God—is exhausting. Perceiving the One shining out in innumerable names and forms, by contrast, buoys the spirit and deepens the contentment of the witness. 

The voice of the One declares, “I am contained in no thing, but I am contained in the heart of the sincere worshiper who loves me.” The heart devoted to the All-in-All has room for each and all. “My heart has become capable of all forms,” sings Shaykh al-Akbar.

For the heart that beats for God, love is not a fixed resource. Love is God; hence there is no end to its supply.