The Zephyr – Dezember 2019
15. Dezember 2019
Fazil-Manzil, unseres europäischen Inayati-Zuhause in Suresnes bei Paris ist in die Jahre gekommen. Renovierungsarbeiten stehen an.
13. Januar 2020
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The Zephyr – Januar 2020

The Zephyr Januar 2020

Liebe Weggefährtinnen und Weggefährten,

Ich wünsche Ihnen Frieden und Freude im neuen Jahr.

Zu Beginn des neuen Jahrzehnts gibt es viele Gründe, sich zu freuen und zu danken. Wir leben in einer hinreißend schönen Sphäre, einer Welt der Regenwälder und Alpen, der Wale und Libellen. Wir sind Erben tiefer Weisheitstraditionen, die das Geheimnis im Herzen der Schöpfung erhellen. Und unser Leben wird geheiligt durch den Segen der Gemeinschaft, die Süße des Teilens von Brot und Atem.

Aber es gibt auch viele Gründe, die uns beunruhigen. Das Netz des Lebens auf der Erde, das Pflanzen, Tiere und Menschen in einer heiligen Symbiose vereint, zerfasert vor unseren Augen. Krieg, heißer und kalter, bleibt als weltweite Geißel bestehen und sendet seine Schockwellen in die Zukunft, wenn Kinder auf der Flucht aus verwüsteten Gebieten geboren werden. Und Millionen zittern im Schatten von Verfolgung und Ungerechtigkeit, die in rassischen und ideologischen Feindseligkeiten verwurzelt sind.

So Gott will, werden wir, gestärkt durch einen unzerstörbaren Glauben, vorwärts gehen.

Wir werden unsere Seelen freilegen. Wir werden Seite an Seite mit unseren Geschwistern aller Abstammungen stehen. Wir werden die heiligen Propheten und Prophetinnen aller Länder ehren und uns bemühen, in ihre Fußstapfen zu treten. Wir studieren die Schriften der Natur und gehen behutsam Schritts auf der Erde. Wir werden uns um die Heilung von uns selbst und aller Wesen kümmern. Wir werden uns dem höchsten Kodex verpflichten, den wir kennen. Wir werden unser Leben zu unserem Lied machen.

Immer der Ihrige,

Pir Zia

Gamaka-Kommentare

Musik der Sphären, Vadan

“Durch jeden Schmerz oder Schaden, den man mir zufügt, erlaubt der/diejenige mir nur, Ihn/Sie besser kennenlernen.”

Es ist allzu leicht, etwas übel zu nehmen. Um rot anzulaufen, feindselige Blicke zu werfen, aufzustöhnen und zu fauchen, bedarf es keiner Einsicht. Die Reflexion hingegen ist eine Wissenschaft des Herzens.

Es gibt viel zu entdecken, wenn man unter die Oberfläche schaut. Was dem Auge zuerst begegnet, ist nur die Schale der Wahrheit, nicht ihr Kern.

Warum hat die Person es getan?

Erstens: Die Tat mag Ihnen vielleicht verwerflich erschienen sein, aber derjenige, der sie begangen hat, hat sie wahrscheinlich in einem anderen Licht gesehen. Die Person kennt wahrscheinlich nicht alle Fakten, die Ihnen zur Verfügung stehen, und umgekehrt.

Zweitens ist die andere Person nicht nur in einer anderen Lage, sondern sie ist auch anders im Leben und im Sein platziert. Sie sind durch einen tiefen Graben von divergierenden Erfahrungen getrennt, die bis in die Kindheit zurückverfolgt werden können. Tatsächlich wurden Ihre Seelen schon vor der Geburt durch unterschiedliche astrale und spirituelle Einflüsse kontrastierend gefärbt.

Und drittens leidet ein Mensch, der anderen immer wieder Leid zufügt, in der Regel selbst an einer Wunde, sei sie nun verborgen oder offensichtlich. Die Person zu strafen, wird die Wunde nicht heilen, doch etwas anderes könnte dies vielleicht bewirken.

Die Welt ist ein Theater der Gegensätze, in dem jeder eine einzigartige Rolle spielt. Wenn es Helden gibt, muss es auch Bösewichte geben. Keine Bösartigkeit ist jedoch endgültig, denn der Wandel ist beständig, und jede Seele ist letztendlich bestimmt, zum Unendlichen zu erwachen.    

Original in Englisch

Dear Companions on the Path,

I wish you peace and joy in the New Year.

As the new decade begins, there are many reasons to rejoice and give thanks. We live in a ravishingly beautiful sphere, a world of rainforests and alps, of whales and dragonflies. We are heirs to profound wisdom traditions that illuminate the mystery at the heart of creation. And our lives are sanctified by the boon of fellowship, the sweetness of sharing bread and breath.

But there are also many reasons to be troubled. The web of life on earth, uniting plants, animals, and human beings in a holy symbiosis, is fraying before our eyes. War, hot and cold, persists as a worldwide scourge, sending its shockwaves into the future as children are born in flight from ravaged lands. And millions shudder in the shadows of persecution and injustice rooted in racial and ideological animus.

God willing, strengthened by an unbreakable faith, we will go forward.

We will excavate our souls. We will stand shoulder to shoulder with our siblings of all ancestries. We will honor the holy prophets and prophetesses of all lands, and endeavor to follow in their footsteps. We study the scripture of Nature and tread lightly on the Earth. We will attend to the healing of ourselves and of all beings. We will pledge ourselves to the highest code we know. We will make our life our song.

Yours ever,

Pir Zia

Gamaka Commentaries

Music of the Spheres,Vadan

“By every hurt or harm that one causes me, one only makes me know him better.”

It’s all too easy to take offense. To flush red, glare, groan and snarl requires no insight. Reflection, on the other hand, is a science of the heart.

Much is to be discovered by looking beneath the surface. What first meets the eye is only the peel of the truth, not its kernel.

Why did the person do it?

Firstly, while the act might have seemed objectionable to you, the one who did it likely saw it in a different light. The person probably does not have all of the facts available to you, and vice versa.

Secondly, not only is the other person differently placed in the situation, the person is differently placed in life and being. You are separated by a gulf of divergent experiences traceable all the way back to infancy. In fact, even before birth, your souls were contrastingly tinctured by varying astral and spiritual influences.

And thirdly, as a rule a person who habitually causes suffering to others is himself or herself the sufferer of a wound, whether hidden or apparent. To chastise the person will not stanch the gash, though something else might.

The world is a theater of contrasts in which everyone has a unique part to play. If there would be heroes, there must be also villains. No villainy, however, is final, as change is constant, and every soul is bound at last to awaken to the Infinite.