Wenn wir im Bewusstsein unserer Begrenztheit leben, wissen wir nicht, dass noch ein ganz anderer Teil unseres Wesens existiert, der viel höher, viel wunderbarer, viel lebendiger und erhabener ist. Fangen wir erst einmal an, diesen Teil zu entdecken, dann wird unserer Körper zum Werkzeug, denn wir leben im Herzen und später, wenn wir uns weiterentwickeln, in unserer Seele. Das heißt “Inneres Leben”.

Hazrat Inayat Khan

Die Geistige Schule

Für Menschen, die das innere Leben verwirklicht haben, wird jede Handlung zur Meditation. Wenn sie auf der Straße gehen, wenn sie arbeiten, alles ist für sie Meditation. Ob sie zum Himmel oder zur Erde schauen, immer betrachten sie den Gegenstand ihrer Verehrung. Im Osten, Westen, Norden oder Süden, überall ist ihr Gott. Sie entdecken ein Universum in sich selbst. Wenn sie ihr Selbst erforschen, gelangen sie zu dem spirituellen Wissen, wonach sich jede Seele sehnt. Durch Meditation tauchen sie ein in ein Meer inneren Wissens, das sich durch kein Studium erwerben lässt.

Geistige Schule

Die geistige Schulung ist die Grundlage des persönlichen Transformationsweges. Sie bietet ein Training für die als Murids eingeweihten Schüler und Schülerinnen auf dem spirituellen Pfad. Dieses Training zielt auf die Selbsterkenntnis nach dem Grundsatz "Willst du Gott erkennen, so erkenne zuerst dich selbst", der in allen Religionen zu finden ist. Selbsterkenntnis bedeutet, unterscheiden zu lernen zwischen dem Ego, von Hazrat Inayat Khan "falsches Selbst" genannt, und dem "wahren Selbst". Das Mittel der Selbsterkenntnis ist muhasibi, die ehrliche Selbsterforschung. Sie ermöglicht uns, unsere festgefahrenen Denk- und Emotionsmuster, unser Selbstbild und unsere Sicht der Welt und anderer Menschen sowie die wahren Motive hinter unseren Handlungen und Gewohnheiten zu erkennen. Das Ziel dieses Transformationsprozesses ist es, das Ego immer transparenter werden zu lassen, damit das wahre Selbst, unsere göttliche Erbschaft, hindurchscheinen und die Richtung unseres Lebens verändern kann. Je durchlässiger wir werden, desto deutlicher können wir die Stimme der inneren Führung vernehmen, die uns hilft, den Sinn unseres Lebens zu erkennen und Gott hier auf Erden Wirklichkeit werden zu lassen.

Der geistige Weg besteht nach Hazrat Inayat Khan aus folgenden vier Stufen: Konzentration, Kontemplation, Meditation, Realisation. Diese Themen werden in der Geistigen Schule vermittelt, ganz besonders in dem zweijährigen Training der Suluk-Akademie  - mehr dazu unter Suluk-Akademie.

Innerhalb der Geistigen Schule werden öffentliche Seminare angeboten, die für Murids sowie für Mitglieder aller Zweige und Interessenten offen sind. Eingeweihte Murids wählen eine erfahrene Lehrperson, die ihnen regelmäßig persönliche Übungen gibt und sie auf ihrem spirituellen Weg begleitet - siehe auch unter Guidance.
Neben Seminaren zu verschiedenen Themen werden sogenannte "Retreats" angeboten, in denen die Schüler und Schülerinnen für eine bestimmte Zeit allein oder in einer Gruppe in die Stille gehen und sich in der Zurückgezogenheit und mithilfe der von den sogenannten Retreatguides empfohlenen Übungen ohne die Ablenkungen des täglichen Lebens ganz auf den eigenen Entwicklungsprozess konzentrieren können - näheres unter Retreat.
Um den kontinuierlichen Entwicklungsprozess zu unterstützen, gibt es in den regionalen Sufi-Zentren regelmäßige, meist wöchentlich stattfindende Treffen zur gemeinsamen Meditation, die von erfahrenen Zentrumsleitern und -leiterinnen angeboten wird. In einigen Zentren finden auch regelmäßig angeleitete Studiengruppen statt, die sich intensiv mit den Schriften von Hazrat Inayat Khan beschäftigen - siehe Studiengruppen.
Für Murids, die die Motivation und Eignung aufweisen, die Sufi-Botschaft zu lehren, Meditationen anzuleiten, ein regionales Zentrum zu führen und andere Murids auf ihrem spirituellen Weg zu begleiten, werden spezielle Ausbildungskurse angeboten - mehr Informationen dazu unter Leitertraining und Retreatguidetraining.

Einweihung

Bedeutung der Einweihung in den Inayatiorden
Einweihung bedeutet angebunden zu werden an die Linie (Silsila) und den Segen von erleuchteten Wesen, die über die Jahrhunderte hindurch Gott und den Menschen dienten, indem sie die Botschaft der Einheit in der Vielfalt weitergegeben haben. Ebenso bedeutet es eine Anbindung an die Lehren und Praktiken, die über die Jahrhunderte hindurch von Sufi-Lehrern und Lehrerinnen an Lernende weitergereicht wurden.

Innere Wirkung der Einweihung
Diese Anbindung ist eine kraftvolle Quelle und ein Zugang zum spirituellen "Geist der Führung". Der "Geist der Führung" ist die Essenz aller Erfahrungen und aller Weisheit, die erleuchtete Menschen im Laufe ihres Erdenlebens erworben haben. Diese Essenz geht in den göttlichen Geist ein und steht Menschen, die sich um spirituelle Entwicklung bemühen, als innere Führung zur Verfügung.

Innere Prozesse, die den Wunsch nach Einweihung auslösen
Für die Einweihung gilt, dass diesem bewussten Schritt zunächst ein innerer Prozess vorausgegangen sein muss. Oft sind innere Krisen, ausgelöst durch Krankheit, Verlust oder eingreifende Veränderungen der Lebenssituation der Auslöser für die Suche nach dem inneren Weg. Häufig ist es eine Begegnung mit einem Lehrer oder einer Lehrerin, von der wir uns tief inspiriert fühlen, oder wir nehmen an einem Seminar teil und fühlen uns durch das Praktizieren bestimmter Übungen intensiv eingestimmt. Es geschieht etwas in uns, das uns dazu bringt, genau diesen Weg einschlagen zu wollen. Im Inneren des eigenen Wesens spüren wir eine Resonanz mit den Lehren, mit der lehrenden Person oder auch mit der Gemeinschaft.
Im Inayati-Orden kann man auch ohne Einweihung an den allermeisten Seminaren, Retreats und sonstigen Veranstaltungen teilnehmen. Wenn im eigenen Inneren die Gewissheit und der deutliche Wunsch entsteht, den Sufi-Weg gehen zu wollen und ein spirituelles Training zu erhalten, ist dies der Zeitpunkt für die Einweihung als Murid, d.h. als Schüler bzw. Schülerin. Es kann sein, dass dieser Wunsch sofort nach dem auslösenden Ereignis deutlich spürbar ist oder auch erst viele Jahre später.

Konsequenzen der Einweihung
Es ist wichtig, sich der Bedeutsamkeit dieses Schrittes bewusst zu sein. Einweihung hat eine große Tragweite, denn sie gilt für die Ewigkeit. Daher sollte dieser Schritt in vollem Bewusstsein und mit ernsthafter Absicht getan werden, nachdem man die Motivation für diesen Schritt eingehend geprüft hat. Zwar gilt der Respekt vor der Freiheit einer jeden Seele – d.h., sollte sich ein Schüler nach einiger Zeit nicht mehr zugehörig fühlen und sich entschließen, gehen zu wollen, so steht ihm das frei –, doch ist zu bedenken, dass die Verbindung mit diesem geistigen Pfad auf anderen Ebenen erhalten bleibt. Mit der Einweihung gibt man als Schüler verbindliche Zusagen. Man erklärt sich bereit, die Lehren, die man empfängt, heilig und für sich zu behalten. Im Außen sollten nicht allzu viele Worte über sie verloren werden. Wirkungen und Prozesse, die sie auslösen, sollten sich im Inneren entfalten können. Dies gilt insbesondere für die persönlichen Übungen, die man von seinem Guide bekommt. Mit der Einweihung erklärt man sich bereit, mit einem oder einer Guide der Geistigen Schule zusammen zu arbeiten.

Es ist möglich, sich bei der Einweihung oder auch später einen Sufinamen geben zu lassen. Einweihungen in die Geistige Schule des Inayati-Ordens werden von Pir Zia oder von Repräsentanten und Repräsentantinnen des Inayati-Ordens durchgeführt, die eine Leiterfunktion haben.
Eine Liste der RepräsentantInnen in Deutschland kann über das Sekretariat angefordert werden. Pir Zia weiht während oder nach seinen Seminaren in den Orden ein. Informationen hierzu gibt es bei der jeweiligen Seminarorganisation und bei der Muridvertretung.

Literaturhinweis:
ISOD (Hrsg.), Handbuch für Murids I, S. 78 ff.

Guidance

Aufgabe der Guides
Die spirituelle Schulung der Murids (der Schüler und Schülerinnen der Geistigen Schule im Inayati-Orden) findet grundsätzlich in der Zusammenarbeit mit einem oder einer persönlichen Guide statt. Guides sind Personen, die die Murids begleiten und fördern und, wie der Name sagt, die Murids auf ihrem spirituellen Weg führen. Auch die Guides sind Schüler. Sie sind den spirituellen Weg schon ein Stück gegangen und haben sich einer intensiven Schulung für ihre Tätigkeit als Guide unterzogen.

Die Aufgabe der Guides ist es, die Murids auf ihrem spirituellen Weg und auch in den Anforderungen des täglichen Lebens zu begleiten und ihnen Übungen für das Voranschreiten auf dem spirituellen Pfad zu geben. Sie stehen ihrem Schüler oder ihrer Schülerin in allen Fragen zur Verfügung, die im Laufe des spirituellen Weges auftreten. Seien es Fragen zu bestimmten Übungen und Lehren oder zur Integration der spirituellen Erfahrungen in das alltägliche Leben. Dabei darf die Rolle der Guides nicht mit der von Therapeuten und Therapeutinnen verwechselt werden, obwohl die Grenzen manchmal fließend sind. Die Rolle der Guides liegt jedoch vorrangig darin, das spirituelle Wachstum ihrer Schüler zu fördern, das Wesen ihrer Murids in spirituellen Zusammenhängen zu sehen und zu verstehen. Dabei kommen natürlicherweise auch Lebensthemen und Lebensprobleme der Murids zur Sprache. Der Fokus liegt jedoch weniger auf dem Lösen eines konkreten Problems als darin, die Murids anzuregen, ihre Probleme aus einer höheren Perspektive zu betrachten, d.h. sie im Zusammenhang ihres spirituellen Wachstums und der Entfaltung ihrer Seele zu sehen. Auf keinen Fall sollten Guides konkrete Ratschläge oder Anweisungen geben. Das Ziel ist, die Freiheit und Eigenverantwortlichkeit ihrer Murids zu fördern.

Beziehung zwischen Guide und Murid
Die Beziehung zwischen Guide und Murid ist eine sehr persönliche Beziehung. Das heißt, bei der Wahl dieser Begleitperson spielt das Vertrauen eine zentrale Rolle. Man sollte dieser Person gegenüber eine innere Resonanz im eigenen Wesen spüren; denn es handelt sich um eine heilige Beziehung, eine Beziehung auf der Seelenebene, die, wie Hazrat Inayat Khan sagt, auf der inneren Ebene nicht auflösbar ist.
Zu Beginn des spirituellen Weges ist es sicherlich günstig, wenn sich der oder die Guide möglichst wohnortnah befindet und ein regelmäßiger persönlicher Kontakt stattfinden kann. Allerdings ist dies eine Idealbedingung. Viel wichtiger für die Murid-Guide-Beziehung ist das gegenseitige Vertrauen. In welcher Form und in welchen zeitlichen Abständen Murids sich mit ihren Guides treffen, hängt von den jeweiligen Befürfnissen der Murids und den speziellen Übereinkünften zwischen beiden ab. Die Beziehung und der Inhalt dieser Beziehung sind sehr individuell.
Die persönliche Guidance findet unabhängig von Seminaren oder Retreats statt und sie kostet kein Geld. Generell sollten Guides in keinem anderen direkten Verhältnis zu ihren Schülern oder Schülerinnen stehen, d. h. nicht als ihre Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Ärzte oder Therapeuten fungieren oder ein Familienangehöriger sein. Auch darf keine intime bzw. sexuelle Beziehung zwischen Guide und Murid bestehen bzw. sich im Laufe der Guidance entwickeln.

Eventuelle Konflikte in der Murid-Guide-Beziehung
Falls in der Murid-Guide-Beziehung Unklarheiten oder Missverständnisse entstehen, die zwischen den beiden direkt nicht zu klären sind, so sollte sich die Schülerin bzw. der Schüler mit diesen Unklarheiten einer dritten Person anvertrauen. In erster Linie aber sei auf das Ethik Komitee im Inayati-Orden hingewiesen, das in unklaren Beziehungsfragen zum eigenen Guide angerufen und befragt werden kann. Die Aufgabe des Ethik-Komitees besteht darin, einen vorliegenden Konfliktfall eingehend zu untersuchen und zu seiner Lösung beizutragen.
Murids haben die Freiheit, die Beziehung zu ihrem Guide zu beenden und sich eine andere Person als Guide zu suchen, wenn das ursprünglich entgegengebrachte Vertrauen nicht mehr besteht.
Eine Liste aller in Deutschland verfügbaren Guides (RepräsentantInnen und Retreatguides) kann über das Sekretariat angefordert werden. Selbstverständlich kann man sich auch einen Guide aus einem anderen Land suchen.

Literaturhinweis: IOSD (Hrsg.), Handbuch für Murids I, S.103 ff.

Retreat

Das Retreat ist neben den persönlichen Übungen, die Murids als eingeweihte Schüler und Schülerinnen im Inayati-Orden von ihren Guides erhalten, ein grundlegender Bestandteil der spirituellen Schulung.

Retreat heißt Rückzug. Es geht um einen Rückzug aus dem Alltag, um sich für eine bestimmte Zeit – von einem Tag bis zu 40 Tagen – losgelöst von den Verpflichtungen des weltlichen Lebens, nach innen zu wenden und Meditation zu praktizieren. Dies kann in der Form eines Gruppenretreats, bei dem man als Gruppe zusammen, angeleitet durch einen Retreatguide, meditiert oder in der Form eines Einzelretreats geschehen, bei dem man, von einem Retreatguide angeleitet, alleine meditiert. Im Falle des Einzelretreats sieht man die anleitende Person klassischerweise einmal pro Tag und bekommt von ihr die Übungen für den Tag. Die Auswahl der Übungen ist dabei sehr individuell und genau abgestimmt auf den momentanen Zustand und den Retreatprozess des Retreatants.
Es gibt eine Vielzahl klassischer Retreatübungen wie zum Beispiel Atem-, Konzentrations- und Kontemplationsübungen, die Anrufung der Göttlichen Namen und die Praxis verschiedener Arten des Dhikr. Für die Zeit des Retreats bleibt man in der Regel im Schweigen und verzichtet auf fleischhaltige Nahrung. Es gibt Formen des Retreats, bei denen auch das Fasten ein Bestandteil sein kann. Letztlich wird das Retreat ganz individuell zusammen mit dem Retreatant gestaltet.
Die im Inayatiorden befähigten Retreatguides haben für ihre Funktion eine mehrjährige intensive Schulung durchlaufen. Eine Liste aller Retreatguides kann im Sekretariat angefordert werden. Geplante Gruppenretreats für das laufende Jahr sind größtenteils im Jahresprogramm des Inayati-Ordens aufgeführt.

Literaturhinweis: ISOD (Hrsg.), Handbuch für Murids I, S. 110 ff.

Suluk Akademie

Die Suluk Akademie ist eine im Jahr 2002 von Pir Zia Inayat-Khan gegründete Form der spirituellen Schulung, die denjenigen Schülern offensteht, die in einen der auf Hazrat Inayat Khan zurückgehenden Orden eingeweiht sind. Sie ist ein Teil der Geistigen Schule des Inayati-Ordens.

Der Kernkurs der Suluk Akademie besteht aus einem über 2 Jahre laufenden Training. Die Teilnehmenden treffen sich in diesem Zeitraum sieben Mal für insgesamt 40 Unterrichtstage. Das Training beinhaltet Vorträge und Übungen in der Gesamtgruppe sowie die vertiefende und persönliche Verarbeitung in Kleingruppen und Einzelsitzungen mit den Lehrpersonen. Unterstützt werden die Teilnehmenden von Mentoren und Mentorinnen. Für die Zeit zwischen den gemeinsamen Treffen erhalten sie verschiedene Übungen und Aufgaben, an denen sie arbeiten. Auch in dieser Zeit stehen die Mentoren und Mentorinnen ihnen zur Verfügung.

Inhalt des Kurses
Inhalt des Kurses sind die Sufi-Lehren von Hazrat Inayat Khan. Dieses kontinuierliche und systematische Training ist in vier Abschnitte untergliedert, die zugleich die Stufen des spirituellen Weges beschreiben: Konzentration, Kontemplation, Meditation und Realisation.
Bei der Konzentration geht es um den Erwerb der für die spirituelle Entwicklung grundlegenden Fähigkeit, den eigenen Geist zu beruhigen und ablenkungsfrei auf ein Objekt der Aufmerksamkeit zu fokussieren. In der Kontemplation lernen wir, uns nach innen zu wenden, die inneren Sinne zu wecken und das Herz zu öffnen, um hinter die Oberfläche der Dinge zu schauen und "das, was durchscheint durch das, was erscheint" (Pir Vilayat) zu erkennen. Im Zustand der Meditation erhebt sich der Geist über alle Bindungen an Objekte und Vorstellungen und ruht in sich selbst in reiner Präsenz. Wir erkennen, wer wir wirklich sind. Die Früchte des auf den drei Stufen integrierten Wissens und des persönlichen Transformationsprozesses gelangen zur Reife auf der Stufe der Realisation. Ziel des gesamten Entwicklungsprozesses ist die Verwirklichung und Umsetzung der entfalteten Qualitäten und Potentiale im täglichen Leben.

Die Absolventen des Kernkurses haben die Möglichkeit, an speziellen Aufbaukursen (Graduiertentraining) teilzunehmen. Diese fokussieren jeweils die Geschichte, die Lehren und die Praktiken von Pir Vilayat Inayat Khan, von Hazrat Inayat Khan und von verschiedenen Meistern der Sufi Chishti Linie. Suluk-Kurse werden in den USA und in Europa angeboten.

Informationen: www.sulukacademy.org
E-Mail: sulukeurope@googlemail.com oder muridvertretung@inayatiorden.de

Gebet

Invokation nach Pir Vilayat Inayat Khan (Englisch)
We invoke the One
whose body is the cosmos, which we share in our bodies,
and whose mind is the software behind the existential appearance of reality
and in which mind we participate in our thinking;
whose presence is continually lying in wait in our being,
and yet who outstrips any concept that we can possibly construct.

And we invoke all those beings
who have attained a level of realization that inspires us
and helps us to validate our being
and fulfill the purpose of our life.

Invokation nach Pir Vilayat Inayat Khan (Deutsch)
Das Eine Sein rufen wir an,
Dessen Körper der Kosmos ist,
an dem wir teilhaben mit unserem Körper,

Das Eine Sein,
Dessen Geist die Software ist
hinter der existenziellen Erscheinung der Realität,
und an Das wir in unserem Denken angeschlossen sind,

Das Eine Sein,
Dessen Gegenwart in unserem Wesen präsent ist
und unablässig auf uns wartet
und Das doch jede mögliche Vorstellung übersteigt,
die wir uns von Ihm machen können.

Und wir rufen alle die Wesen an,
die eine Stufe der Verwirklichung erreichten,
die uns inspiriert und die uns hilft,
unser wahres Wesen zu erkennen
und den Zweck unseres Lebens zu erfüllen.


Pir Zia Inayat Khan

Gebet der Einheit

O Du, Dir gehören wir an,
Dir haben wir immer gehört,
und Dein werden wir sein für immer.

Du erscheinst uns in jedem Gesicht,
das ganze Universum ist Dein Leib,
und die Sterne sind Deine Atome.

Du bist die Harmonie zwischen allen Wesen,
das Netzwerk des Lebens, der große Teppich,
in den wir alle eingewoben sind.

Gib, dass wir Dich spüren,
Dich erkennen in allem, was wir sehen,
in allem, was wir hören,
in allem, was wir schmecken, berühren und fühlen.

Lass uns erkennen, dass Du stets
jenseits bist von allen Dingen:
Du bist in der Tiefe unter jeder Oberfläche,
weiter entfernt als der Horizont,
und doch uns näher als unsere Halsschlagader,
näher, als wir uns selber sind.

Leite uns, heile uns, erinnere uns,
dass wir Du sind, dass wir in Dir sind,
dass alle Wesen auf einmalige Art
Dein Antlitz offenbaren.

Gib, dass wir im Einklang mit allen Wesen leben,
vom kleinsten unsichtbaren Mikroorganismus
bis hin zur größten intergalaktischen Intelligenz.

Lass uns eintauchen in die Gemeinschaft Deines Lebens
und Deine zahllosen Ausdrucksformen des Lebens wahrnehmen,
ergriffen vom Strom Deiner Herrlichkeit und Ekstase.

Lass uns in Demut auf Erden wandeln –
im Wissen, dass es heiliger Boden ist,
dass dieser Leib ein Tempel ist,
der uns gegeben wurde, um das Leben zu erfahren.
Gib, dass unsere Gedanken, Worte und Taten
immer dem Ganzen dienen,
immer vereinen anstatt zu entzweien.

O Du, Dir gehören wir an,
die ganze Welt ist ein Zeichen Deiner Liebe,
und verborgen in jedem Herzen
ist eine Liebe zu Dir,
deren Fülle, deren Weite
es noch zu entdecken gilt.

Enthülle sie uns,
damit wir Dich lieben,
so wie Du uns liebst.
Amen

Kontakt

Informationen zu den örtlichen Zentren, Guides und Retreatguides und allgemeinen Veranstaltungen der Geistigen Schule

Sekretariat
Jochen Javid Lieb
Telefon 07127-3498297
sekretariat@inayatiorden.de

Informationen zur Ausbildung von LeiterInnen der Geistigen Schule

Leitung Geistige Schule
Ischtar Dvořák
Telefon 04131-7757291
geistigeschule@inayatiorden.de

Muridvertretung
Stefanie Latifa Kühn
Telefon 04154-7959616
muridvertretung@inayatiorden.de.